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PROJEKTENTWICKLUNG: Beispiel "Beyond Manzanar" | |||||||||||
Die interaktive 3D-Technologie wird zur Darstellung von sehr komplexen künstlerischen Themen immer noch äußerst selten benutzt. Deshalb wollen wir ein Beispiel für ein VR-Kunstwerk erläutern. In dem VR-Kunstwerk „Beyond Manzanar“ von Tamiko Thiel (Demo-Video auf Anfrage) wurden Technologien und künstlerische Methoden benutzt, die wir in dem Projekt Virtuelle Mauer/ReConstructing the Wall anwenden und weiterentwickeln werden. Bei dem vorliegenden Stück fungiert der Ort Manzanar als virtuelle Bühne. Hier wurde im Zweiten Weltkrieg auf einer Hochebene in Kalifornien ein amerikanisches Internierungslager für japanisch-amerikanische Familien errichtet. Die Erlebnisse, die den BenutzerInnen des VR-Kunstwerks widerfahren, vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn man aus dem normalen Leben herausgerissen und in ein Internierungslager eingesperrt wird, nur weil man das „Gesicht des Feindes“ hat. Die Erlebnisse japanisch-amerikanischer Familien, die tatsächlich in Manzanar interniert waren, und die während der iranischen Geiselkrise 1979/80 aufgebaute Bedrohung gegenüber iranisch-amerikanischen Familien, mit ihnen ähnlich zu verfahren, werden in diesem Stück miteinander verglichen. „Beyond Manzanar“ wird als Rauminstallation präsentiert, in dem das Bild des virtuellen Raums in Echtzeit von einem PC generiert und auf eine große, 3 m x 4 m Leinwand projiziert wird. Die BenutzerInnen können sich im Lager, innerhalb der Grenzen des Stacheldrahtzauns, frei bewegen. Wenn sie aber an bestimmte Stellen kommen, die sogenannten „Hotspots“, reagiert die virtuelle Umgebung auf ihre Anwesenheit. So schließt sich z. B. als Konsequenz ihrer eigenen Handlung bei Betreten der Baracke hinter ihnen die Tür. Sie sind jetzt mit den Geistern eingesperrt und müssen die Baracke erkunden. Wenn sie dann am anderen Ende der Baracke angekommen sind, wandelt sich der virtuelle Raum um sie herum in einen japanischen Garten. Wollen die BenutzerInnen aber im Garten lustwandeln, fallen sie aus dem Garten raus und zurück ins Lager – wieder als Ergebnis ihres eigenen Tuns. (Link zu Reihenfolge der Szenen.) Diese Art von Spannungsbogen, der von den eigenen Handlungen der BenutzerInnen erzeugt wird, kann Emotionen auslösen, die es ermöglichen, sich in die Gefühlswelt eines Internierten hinein zu versetzen. Ähnlich wollen wir bei dem Projekt Virtuelle Mauer/ReConstructing the Wall die BenutzerInnen des VR-Kunstwerkes in die Handlung involvieren, um nicht nur intellektuell, sondern auch emotional eine Vorstellung davon zu bekommen, wie es war, mit der Mauer leben zu müssen. |
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